Aufstieg der Maschinen

13. Dez 2019

Es scheint unvermeidlich. Glauben wir den vielen Berichten in den Zeitungen, Zeitschriften und im Internet, müssen sich alle Lagerleiter darauf vorbereiten, ihre Lager zu automatisieren und Roboter zu integrieren. Nur so soll das Überleben gesichert werden können. Aber ist die totale Automatisierung die wahre Lösung? Müssen wir unsere zuverlässigen Gabelstapler und Lagertechnikgeräte entsorgen, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Um die richtigen Antworten zu finden, betrachten wir dieses Thema aus drei verschiedenen Perspektiven:

1. Welche Rolle spielen Roboter?

Der Begriff "Roboter" umfasst viele verschiedene Arten von Maschinen. In der Logistik können Roboter als Transportmittel (innerbetrieblich), als Lieferwerkzeug (z. B. zum Transport von Lebensmitteln) oder als Kommissionierer in der Stückgutkommissionierung und schließlich als FTS eingesetzt werden. FTS steht für Fahrerloses Transport System und ist ein Hybrid aus Gabelstapler und Roboter. Dieses System hat den Vorteil, dass es entgegen den meisten Robotern über eine Hubfunktion verfügt. Allerdings gibt es hier noch erhebliche Grenzen: Nur wenige, speziell entwickelte FTS für Materialflusslösungen können – wenn überhaupt – wirklich Gabelstapler ersetzen.

2. Welche Arten von Lagerarbeiten unterstützen Roboter?

Roboter müssen kontinuierlich arbeiten, um einen guten Return on Investment zu erzielen. Im Folgenden betrachten wir vier Kategorien von Unternehmen in Bezug auf die Verteilung der Kommissionier- und Transportaktivitäten in ihren Lagern. Die Lagerhaltung selbst ist hier nicht enthalten, da es sich um eine "statische" Aktivität handelt.

 

Produktion

Großhandel

Einzelhandel

E-Commerce

Paletten-Kommissionierung

80

20

10

0

Karton-Kommissionierung

15

40

45

10

Artikel-Kommissionierung

5

30

35

40

Verpacken

0

10

10

50

Quelle: Roadmap Robotics in warehousing (Logistiek.nl). Angaben in Prozent.

Da Roboter nur im Dauereinsatz effizient sind, kommen deren Einsatz oder andere automatisierte Lösungen nur in den grün hinterlegten Flächen in Betracht. Kurz gesagt, die Arbeit muss immer gleich sein, damit sie "programmierbar" ist. Selbst in diesen Fällen ist eine gründliche Analyse erforderlich, um festzustellen, ob es sinnvoll ist, eine große Investition zu tätigen. Manchmal hilft es schon, kleine Verbesserungen durch Prozessanpassungen oder den Einsatz verschiedener Fördergeräte vorzunehmen. Alle anderen Bereiche profitieren nach wie vor vom zuverlässigen Handling mit Gabelstaplern oder Lagertechnikgeräten.

3. Wie sieht das große Ganze aus?

Die Lagerautomatisierung kann viele Vorteile mit sich bringen: verbesserte Servicequalität, weniger Fehler bei der Kommissionierung und niedrigere Betriebskosten. Aber die Kernfrage sollte sich nie nur darum drehen, ob man Roboter einsetzen soll, oder nicht.

Jeder Lagerleiter muss regelmäßig die allgemeine Unternehmensstrategie betrachten und überprüfen, ob die Logistik noch optimal dazu passt. Schauen Sie sich Ihre Lieferkette an. Berücksichtigen Sie alle Veränderungen in den Zielmärkten, im Verbraucherverhalten, im Sortiment, in den Distributionspunkten, im Transport und in der Verpackung? Nur durch eine korrekte Bewertung können Sie feststellen, ob Sie Ihren Betrieb anpassen und möglicherweise neue Technologien einsetzen müssen. In den meisten Fällen führen relativ kleine, aber intelligente Verbesserungen bereits zu großen Einsparungen.

Was ist zu tun?

  • Beschreiben Sie alle Ihre Logistikprozesse und bewerten Sie, wie gut sie noch in Ihre Gesamtgeschäftsstrategie passen.
  • Lassen Sie Ihren Gabelstaplerhändler Ihre aktuelle Flotte im Hinblick auf Ihre Logistikaktivitäten bewerten und stellen Sie sicher, dass Sie die richtigen Gabelstapler für die vorgegebenen Anwendungen einsetzen.
  • Besuchen Sie ab und zu eine Logistikmesse, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Quelle: Staplerfokus.com, Bildnachweis: EiraTech Robotics, Irland